GESCHICHTE

Ur- und Frühgeschichte (ca. 3000 vor Christus - 400 nach Christus)

Mit Sicherheit ist unser Landstrich bereits seit der Jüngeren Steinzeit, etwa ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt.
Bei Umbauarbeiten eines Wohnhauses in Minihof-Liebau wurde im Jahre 1963 eine Lochaxt  aus der Jüngeren Steinzeit gefunden. Ähnliche Funde gibt es auch in Rax und Grieselstein im Bezirk Jennersdorf.
Ungefähr zwischen 2000 und 1800 v. Chr. wanderte aus dem heutigen Spanien ein Volk in unseren Lebensraum ein, das nach seinen gemusterten, glockenförmigen Tongefäßen als "Glockenbecherleute" bezeichnet wird.
Um 1200 v. Chr. begannen von der heutigen Lausitz im Osten Deutschlands aus die Illyrer, das erste Volk von dem uns ein historischer Name bekannt ist, Ihre Ausbreitung in Osteuropa.
Die Vorherrschaft der Illyrer endete um 500 v. Chr. - Ihnen folgten die kriegerischen Kelten.
Die Kelten schufen das Königreich Norikum (vergleichbar mit dem heutigen Gebiet von Österreich ohne Tirol und Vorarlberg).
15 v. Chr. eroberten die Römer das Königreich Norikum. Das heutige Burgenland, das an das Königreich Norikum angrenzte, wurde der römischen Provinz Pannonien angegliedert.
Ein halbes Jahrtausend beeinflusste die römische Kultur unseren Lebensraum wie viele römerzeitliche Fundstätten beweisen.
Gegen ende des 4. Jahrhunderts fielen die Hunnen aus den Steppengebieten Innerasiens ein und lösten eine Völkerwanderung aus.

Mittelalter (ca. 400 nach Christus - 1500 nach Christus)

Unter dem Druck der Hunnen war Rom gezwungen, im Jahr 433 n. Chr. Pannonien zu räumen. Mit dem Tod des Hunnenkönigs Attila (453) löste sich das Hunnenreich rasch auf. Nun erlangten die Ostgoten bis ca 470 die Herrschaft im pannonischen Raum. Nach Ihnen dürften die Vandalen ins Land gekommen sein. Ihnen folgten die Langobarden, deren Herrschaft bis zu ihrem Weiterzug nach Italien (568) dauerte. Mit Ihnen endet die Herrschaft der germanischen Stämme in unserem Raum. Nun wurden die Awaren, die wie die Hunnen aus Innerasien stammten, die neuen Herren Pannoniens.
Eine weitere dauerhafte Besiedelung unseres Lebensraumes erfolgte schließlich erst durch die Slawen. Sie waren kriegs- und tributpflichtige Gefolgsleute der Awaren. Die Ausbreitung der Slawen ist an vielen Ortsnamen slawischen Ursprungs heute noch erkennbar.
Durch die Siege Karls des Großen (791) und seines Sohnes Pippin (796) über die Awaren erlangten die Slawen ihre Freiheit und unser Land wurde in das fränkische Reich einbezogen.
Im 9. Jahrhundert setze die Christianisierung der Slawen durch das Salzburger Erzbistum ein. Umfangreiche Landschenkungen bewirkten eine rege deutsche Kolonisation.
Nach der Niederlage des bayrischen Heeres gegen die Ungarn unter Markgraf Luitpold bei Pressburg (907) wurde Pannonien zum Ausgangspunkt zahlreicher Beutezüge des nomadischen Steppenvolkes der Magyaren. Erst Kaiser Otto I. setzte diesen Plünderungen 955 durch den Sieg auf dem Lerchfeld bei Augsburg ein Ende. Diese Niederlage zwang die Magyaren zum Rückzug in die pannonische Tiefebene. Zur Sicherung der Ostgrenze des Reiches wurde die Ostmark errichtet und den Babenbergern als Markgrafen übertragen.
So erhielten die Brüder Wolfer und Hedrich von Wildon Besitzungen bei Györ und an der westlichen Grenze. 1157 errichtete Wolfer auf dem Berg "Quizum" oder "Kyscen" (Güssing) ein Benediktinerkloster. In der Gründungsurkunde dieses Klosters ist u. a.  auch folgender Ort genannt:  Podgrad - Dobra Menhares (Minihof bzw. Neuhaus).
Als Gegengewicht zur Erbauung der Riegersburg und der planmäßigen Erschließung der Oststeiermark durch die Herrschaft Fürstenfeld entzog Bela III (1172 - 1196) Wolfers Sohn Henz das Benediktinerkloster in Güssing und bauten es zu einer Festung aus.
Um auch das Grenzvorland wirtschaftlich zu erschließen, berief Bela III. 1183 die Zisterzienser nach Szentgotthard. Er schenkte diesem neu gegründeten Kloster zum Unterhalt den ehemals Güssinger Besitz entlang der Raab und ein breites Stück Land südlich davon (das heutige Neuhauser Hügelland).
Mit der Gründung dieses Klosters drang die bayrisch-deutsche Kolonisation auch in unser Gebiet vor, wobei ehemals slowenische oder magyarische Siedlungen einverleibt wurden.
Die Zisterzienser konnten jedoch das Klostergut gegen die Einfälle der steirischen Ritter nicht halten. Manche Historiker vermuten sogar, dass die Güssinger mit den Steirern gemeinsame Sache machten, um ihren ehemaligen Besitz wieder zurück zu bekommen.
Der kirchentreue König Andreas II (Belas Sohn) gab das umstrittene Gebiet erneut dem Zisterzienserorden  zurück. In der Schenkungsurkunde von 1213 ist u. a. der Klosterbesitz als "das Land von Dobra" (terra de Dobra), "welches durch einige Jahre vom Kloster in andauernder Verwirrung losgerissen war" genannt.
Die Zisterzienser mussten 1266 im Intrigenstreit mit den Güssinger Grafen den Besitz Dobra aufgeben, woraufhin vermutlich der König (Bela IV.) die Burg Neuhaus erbauen ließ. 1271 vertraute er die Burg den Brüdern Nikolaus und Stephen Geregye (sie waren Lehensritter der Güssinger) zur Verteidigung an. Die älteste im Original erhaltene Urkunde, in der die Burg Neuhaus genannt wird, stammt vom 21. August 1278.
Im Jahr 1387 übertrug König Sigismund Burg und Herrschaft Neuhaus dem Adeligen Nikolaus Szechy und seinen Söhnen Nikolaus, Frank und Peter um 7200 Golddukaten.
Die Herrschaft Neuhaus beinhaltet im Wesentlichen auch unsere Geschichte.
Die Szechy waren ein in Oberlimbach ansässiges Grafengeschlecht; Nikolaus Szechy erlangte sogar die Palatinswürde (Reichsverweser - Stellvertreter des ungarischen Königs).
In dieser Übertragungsurkunde von 1387 wurden u. a. die Ortschaften Liebau (Lyebehaza) und Minihof (Mohonycha) erstmals namentlich angeführt.

Neuzeit (ca. 1500 - 1921)

Der letzte Szechy (Stephan) verstirbt 1535 kinderlos. In der Folge wechselt die Herrschaft Neuhaus wegen des Mangels an männlichen Erben mehrmals den Besitzer: Die Schwester des letzten Szechy - Margarethe - heiratet 1541 den Grafen Niklas von Salm. Dessen einzige Tochter heiratet wiederum den kaiserlichen Offizier Freiherrn Ladislaus Popel von Lobkowitz. Dessen Tochter Eva heiratet 1607 den reichen Magnaten Franz Batthyany.
Eva Popel-Batthyany war eine eifrige Lutheranerin, wodurch Neuhaus zu einem Zufluchtsort für die steirischen Protestanten bis zu ihrem Tode 1640 wird.

Im Laufe des 16. Jahrhunderts weiteten die Türken ihre Herrschaft bis ins Raabtal aus.
Am 1. August 1664 gelang es dem vereinigten Heer von kaiserlichen Truppen, Reichstruppen, Franzosen u. a. (auch Graf Christoph Batthyany nahm als Befehlshaber eines besoldeten Freikorps teil) unter dem Feldherrn Raimund Montecuccoli  bei Mogersdorf die Türken entscheidend zu schlagen.
Auf Christoph Batthyany folgte 1685 Adam II. Batthyany, verheiratet mit Eleonore Strattmann. Christoph Batthyany gilt als Erneuerer der katholischen Pfarre Neuhaus.
1704 stießen die Kuruzzen in unser Gebiet vor und wüteten schrecklich unter der Bevölkerung. Neuhaus wurde u. a. von 300 Kuruzzen besetzt. Dazu kam noch, dass einige Teile der Bevölkerung aus dem Jennersdorfer Raum mit den Kuruzzen paktierten. Der Einfall der Kuruzzen konnte aufgehalten werden und Neuhaus wurde von ihnen befreit. Im Verlauf von Racheaktionen der Steirer und besonders der Fürstenfelder an den Verbündeten der Kuruzzen wurden auch Neuhauser Dörfer geplündert und abgebrannt.
Die stürmische Zeit der Kuruzzenkämpfe ging auch an der Burg Neuhaus nicht spurlos vorüber. Um 1711 war sie bereits in einem so desolaten Zustand, dass die Burg als Wohnsitz aufgegeben wurde - die Grundherren residierten nun im benachbarten Schloss Tabor, das von Ulrich Pessnitzer 1469 erbaut wurde.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten, der zunehmende Druck der Untertanen, das Toleranzpatent Josef II., die Aufhebung der Leibeigenschaft und schließlich die Ereignisse des Jahres 1848 brachten auch unserem Lebensraum das Ende des Feudalismus.
Der "Ausgleich" von 1867 brachte eine Zweiteilung der Monarchie in eine westliche (Zisleithanien) und eine östliche (Transleithanien) Reichshälfte. Für Westungarn bedeutete das die Aufgabe des Deutschtums.
Der erste Weltkrieg brachte das Ende und die Auflösung der Monarchie, aber auch die Lostrennung des heutigen Burgenlandes von Ungarn und seinen Anschluss an Österreich.

 

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